Stell dir vor, deine Partnerin oder dein Partner hat einem Sonntagsessen mit der eigenen Familie zugesagt – und du sollst mitkommen. Du hattest dir einen ruhigen Tag gewünscht. Jetzt spielst du im Kopf schon einen Streit durch, während du sagst, alles sei in Ordnung.

Ein hilfreicher Einstieg macht ein konkretes Anliegen deutlich und gibt deinem Gegenüber Gelegenheit zu antworten. Überlege dir vorher, was du verständlich machen möchtest und worum du bitten willst.

Finde heraus, was sich ändern soll

In diesem ausgedachten Beispiel könnte dich das Mittagessen selbst stören, die häufig verplanten Wochenenden oder dass du eingeplant wirst, ohne gefragt zu werden. Je nachdem geht es in eurem Gespräch um etwas anderes. Wähle das Anliegen, das dir heute wichtig ist.

Vervollständige vor dem Gespräch diese drei Sätze in einer Notiz:

  1. Die Situation, über die ich sprechen möchte, ist …
  2. Was mich daran gestört hat, war …
  3. Beim nächsten Mal wünsche ich mir, dass wir …

Beim Sonntagsessen könnte deine Bitte lauten: „Können wir uns absprechen, bevor wir etwas zusagen, das uns beide betrifft?“ So kann dein Gegenüber auf etwas Konkretes antworten. Hebe andere Anliegen in deiner Notiz für ein späteres Gespräch auf. Utah State University Extension empfiehlt, jeweils ein Thema zu besprechen. Der Leitfaden zum Umgang mit Konflikten erläutert diesen Ansatz.

Frag nach einem Zeitpunkt, an dem ihr beide zuhören könnt

„Können wir über die Pläne für Sonntag reden? Passt es dir nach dem Abendessen?“ Damit benennst du das Thema und schlägst einen Zeitpunkt vor. Deine Partnerin oder dein Partner kann auch einen anderen Moment vorschlagen.

Das Center for Marriage and Relationships der Biola University empfiehlt, zunächst zu fragen, ob ein Gespräch gerade passt. Vermeide Momente, in denen jemand unter Zeitdruck steht, abgelenkt oder erschöpft ist. Lies die Hinweise zum Gesprächseinstieg.

Wenn es gerade nicht passt, vereinbart einen anderen Zeitpunkt, statt es bei „später“ zu belassen. Ein kurzes Gespräch, bei dem ihr die Handys beiseitelegt, ist ein möglicher Anfang. Ihr könnt vereinbaren, an einem anderen Tag weiterzureden, falls das Thema mehr Zeit braucht.

Sprich deine Bedürfnisse ohne Vorwürfe an

Wenn du den Charakter deines Gegenübers angreifst, verschiebt sich das Gespräch. Mit „Dir ist nur deine Familie wichtig“ geht es plötzlich um diesen Vorwurf statt darum, wie die Sonntagspläne zustande kamen.

Das Gottman Institute nennt es einen sanften Gesprächseinstieg, wenn du ein Anliegen ohne Vorwürfe ansprichst. Beschreibe, was passiert ist, wie du dich dabei fühlst und was du konkret brauchst. Die Hinweise machen auch darauf aufmerksam, dass ein Satz, der mit „Ich habe das Gefühl …“ beginnt, trotzdem einen Vorwurf enthalten kann.

Für unseren ausgedachten Sonntag könnte der Einstieg so klingen:

„Als du dem Mittagessen zugesagt hast, ohne mich vorher zu fragen, habe ich mich übergangen gefühlt. Ich hatte mich auf einen ruhigen Sonntag gefreut. Können wir uns absprechen, bevor wir etwas für uns beide zusagen?“

Benutze Worte, die du auch im Alltag sagen würdest. Vielleicht bist du enttäuscht, frustriert oder einfach müde. Du musst dein Gefühl nicht so abschwächen, dass davon nichts mehr übrig bleibt. Formuliere deine Bitte so konkret, dass ihr beim nächsten Mal beide erkennen könnt, ob sie berücksichtigt wurde.

Höre zu und vergewissere dich, dass du richtig verstanden hast

Lass nach deiner Bitte Zeit für eine Antwort. Wenn deine Partnerin oder dein Partner sagt: „Ich dachte, du wolltest mitkommen“, könntest du fragen: „Wie kamst du darauf?“ Vielleicht erfährst du so von einer Annahme, die dir bisher nicht bewusst war.

Höre die Antwort bis zum Ende an und vergewissere dich, dass du sie richtig verstanden hast, bevor du darauf reagierst. Utah State University Extension empfiehlt diese Form des aktiven Zuhörens. Du kannst die Beweggründe nachvollziehen und dir trotzdem eine andere Absprache wünschen.

Wenn eine Person gerade zu aufgewühlt ist, um zuzuhören, vereinbart eine Pause und einen Zeitpunkt zum Weiterreden. Zum Beispiel: „Ich merke, dass ich mich gerade aufrege. Können wir eine Pause machen und um acht weiterreden?“ Nutze die Pause, um ruhiger zu werden, statt den Streit über Nachrichten fortzusetzen. Die Hinweise des Gottman Institute zu Gesprächspausen empfehlen, sich erst zu beruhigen und dann zum Gespräch zurückzukehren.

Fasse deine ersten Gedanken mit Yesi in Worte

Wenn in deinen Notizen noch vieles durcheinandergeht, kannst du mit Yesi darüber sprechen, was dich beschäftigt. Yesi ist ein KI-Beziehungscoach mit Einzelgesprächen per Sprache oder Text. Du kannst allein anfangen. So laufen die Sitzungen mit Yesi ab.

Beim Beispiel mit dem Mittagessen könntest du so anfangen: „Ich ärgere mich wegen Sonntag, aber ich weiß noch nicht, ob ich mehr Zeit für mich brauche oder mehr mitentscheiden möchte, was wir planen.“ Nutze das Gespräch, um dieser Frage nachzugehen und zu überlegen, was du sagen möchtest.

Danach wählst du ein Anliegen und eine Bitte aus, die du ins Gespräch mitnehmen möchtest. Vielleicht sieht dein Gegenüber die Dinge anders. Lass dir erzählen, wie die andere Person sie erlebt.

Erfahre mehr über Yesi, seine Einzelgespräche und gemeinsamen Sitzungen.